Fiat Panda
Eigentlich wollte ich über Kriegerdenkmäler schreiben. Die gibt es in Italien ebenso. In Deutschland habe ich nicht so gerne hingekuckt - ich vermutete immer Heldenverehrung, wo es keine Helden gab. In den Landserromanen, die mein Opa gelesen hat, verreckten die Soldaten nicht, sie sind immer "gefallen" - der größte anzunehmende Euphemismus. Aber das wollte ich gar nicht erzählen!
Es hupt, ich denke: Ein Kurier. Oder vielleicht unsere Postbotin. Im Garten steht ein kleines Auto - genau der Wagen, der hier abgebildet ist. Zwei Männer in schneidigen Uniformen stehen vor mir. Im Wagen sitzt eine langhaarige, blonde Polizistin, ich winke ihr zu, sie winkt zurück.
Es ist die lokale Polizei, die sich einmal vorstellen wollte. Wir plaudern, was mein schlechtes Italienisch hergibt. Der alte Beamte stellt Fragen, der junge Beamte kann Englisch, sollte es zu Kommunikationsproblemen kommen. Er hat Ohren wie Prince Charles, aber die sind der FFP2-Maske geschuldet. Wahrscheinlich. "Ah, sie haben das Haus gekauft! Und sie leben hier? Wo kommen Sie her? Was sind sie denn von Beruf?"
Schwierige Frage, der ich auch in Deutschland immer ausgewichen bin. "Was sind denn bitteschön Podcasts?" Hier habe ich mir angewöhnt zu sagen: "Scrittore e portavoce" - Schreiberling und Sprecher, sozusagen. Doch 'Portavoce' fällt mir nicht ein, ich denke immer 'altravoce', aber weiß, dass es das Wort gar nicht gibt. Bei 'Scrittore' erhellen sich die Gesichter der beiden - zumindest um die Augen herum. Ich komme mir auf einmal wie ein echter Schriftsteller vor.
"Buona serata" - ein letztes Winken, während der alte Beamte auf den Beifahrersitz klettert und der junge Beamte - ca. 180 cm groß - sich in die Rückbank quetscht. Da fährt sie hin, unsere Polizei.