Comune di Piegaro

Der Mann mit der Trompete ist übrigens von Beruf Glasbläser. Glas ist das wichtigste Industrieprodukt Piegaros seit ungefähr ever.

 (Drei Fotos) Heute war unser Auftritt im Rathaus unserer Kreisstadt. Alle Unterlagen, die laut Website der Stadt für die Residenza notwendig sind, waren feinsäuberlich in Klarsichthüllen geordnet. Martha begleitete uns und führte für uns die Diskussion. Ohne sie wären wir aufgeschmissen gewesen, ich zumindest verstand kein Wort der Beamtin außer "Arrividerci".

Das Infoschild am Parkplatz hat bessere Zeiten gesehen. Laut typografischer Analyse des grafischen Fachpersonals waren diese vor ungefähr dreißig Jahren.

Die Kopien der codice fiscale und der Personalausweise, sowie meine letzte Steuererklärung wurden nicht nachgefragt. Der Rentenbescheid, den ich mühevoll ins Italienische übersetzt hatte, bekam nur ein anerkennendes Nicken. Wichtig waren der Kaufvertrag, die Krankenversicherung und unsere Erklärung, dass wir ein Bankkonto in Italien haben. Noch wichtiger waren auf einmal die Pläne des Hauses, die ich mitgenommen hatte, weil: Man weiß ja nie. Nun kommt in vierzig Tagen ein Vigile, um zu kontrollieren, ob wir auch wirklich hier leben. Danach bekommen wir neue Personalausweise.

Piegaro ist eine kleine Stadt, die sich seit 2200 Jahren an ihren Berg krallt. Der Altstadtkern ist sympathisch, aber nicht romantisch genug, um im Sommer viele Touristen anzulocken, alle Nachbarstädte haben mehr zu bieten. In der Werbebroschüre sind gerade einmal vier Agriturismi aufgezählt. Einer davon ist "Piazzola alla quercia" - mal schauen, ob in den Sommerferien spontan Besucher vor der Tür stehen.