Vaterloser Müll

Auf diesem Foto ist etwas Neues zu sehen. Die schwarze Tonne wurde uns von Trasimeno Servizi Ambientali zur Verfügung gestellt. Das ist die Firma, die für die Comune Piegaro das Müllen erledigt. Im Vertrag, den wir unterschreiben sollen, steht die Formulierung "... der Benutzer verpflichtet sich, die zur Verfügung gestellten Geräte zu behandeln wie ein treusorgender Vater."

Hintergrundinfo: Uns wurde aus mehreren Quellen versichert, wenn wir uns bei der Gemeinde melden und brav die Anmeldung zahlen, dann würden uns drei Tonnen zur Mülltrennung zur Verfügung gestellt. In Italien berechnet sich die Gebühr übrigens nach der Quadratmeterzahl, so dass wir jetzt das Vierfache zahlen, als wir in Bobingen berechnet bekommen haben.

Und so träumte ich beim Einschlafen von unseren drei neuen Tonnen. Im Geist habe ich sie schon getauft. Restmüll würde "Antonne", Pappe und Papier "Betonne" und Plastik würde "Ytonne" heißen. Doch da stand nur eine schwarzer Kunststoffkubus. In der Tonne der poetische Vertrag, ein Wäschekorb, ein kleiner Eimer für Biomüll und zehn Säcke für den Kunststoff. 

Eine Tragödie! Ich wollte Antonne, Betonne und Ytonne doch so gerne ein treusorgender Vater sein! Wie soll ich denn eine Bindung zu einem Wäschekorb aufbauen? Welche Spiele spielt man mit Kunststoffsäcken? Welche Einschlaflieder für eine Mülltonne? Ich bin ratlos.